Fattoria del Colle - Geschichte

Der älteste Teil von Fattoria del Colle ist eine Einsiedelei die noch heute erkennbar ist und sich im heutigen Weinkeller befindet, sie wird in den "Decimari" des 12. und 14. Jahrhunderts als "Ermitorium S. Egidii de Querciola" erwähnt. Es folgen stürmische Jahrhunderte: im Jahr 1555 wurde das Dorf Trequanda belagert und wahrscheinlich wurde auch Fattoria del Colle gebrandschatzt. Im Jahr 1592 baute Claudio Socini die Kapelle und einen Teil der heutigen Villa. Socini gehörte zu einer Familie von Juristen und Ketzer. Das bekannteste Familienmitglied war Mariano Sozzino (1401-1467), dem Enea Silvio Piccolomini, später Papst Pius II., seine Storia dei due amanti (Geschichte der beiden Geliebten) widmete: dieser Text lässt eine jugendliche Leidenschaft zwischen dem zukünftigen Papst und der Gemahlin des kleinen und hässlichen Mariano erahnen. Die Schwierigkeiten der Familie Socini mit der Kirche finden aber kein Ende: Lelio (1525-1562) und Fausto (1539-1604) waren wichtige Vertreter der protestantischen Reform. Sie wurden von der katholischen Kirche exkommuniziert und der Großherzog der Toskana beschlagnahmte alle Familienbesitze, darunter auch Fattoria del Colle. 1919 kaufte sich Livio Socini die Fattoria del Colle wieder und brachte sie nach dreihundert Jahren wieder in Familienbesitz. Im Lauf der Jahrhunderte wurde die Villa del Colle mehrmals erweitert und ausgebaut um sie den Bedürfnissen der adligen Jäger anzupassen, die im Winter hier hausten, oder um sie für den Besuch von Peter Leopold von Habsburg (1747-1792) dienlich zu machen, der sie als geheimer Schlupfwinkel benutzte. Als aufgeklärter Großherzog der Toskana und späterer Kaiser von Österreich, war Peter Leopold aber ein unverbesserlicher Frauenheld, sogar sein Tod wird oft den übermäßigen Liebesabenteuer zugeschrieben. Mit der Ausrede, die Trockenlegung des Val di Chiana zu überwachen, verweilte er oft auf Fattoria il Colle, und kurz nach seiner Ankunft erreichte ihn über einen Waldweg die junge Gräfin Isabella mit ihren langen schwarzen Haaren und den großen romantischen Augen.
336 ha auf den Hügeln mit Blick auf Montalcino mit dem Brunello di Montalcino, das Gebiet des Chianti Classico und des Nobile di Montepulciano: ein Kreuzungspunkt großer Rotweine. Eine Erde, die weiße Trüffel und ein außerordentlich gutes Extra Vergine Olivenöl hervorbringt. Fattoria del Colle bestellt 160 ha mit Getreide, 6,5 mit Ölbäumen und 22 ha mit Reben der Sorten Sangiovese, Merlot, Traminer und Foglia Tonda, eine mehr als hundert Jahre lang vergessene alte sienesische Rebsorte, die hier wieder zum Einsatz kommt. Dank der Nähe der kargen Cretelandschaft sind die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sehr stark. Dies, zusammen mit der Höhenlage von 404 m über Meer, ergibt einen Wein von außergewöhnlich reichen Aromen: intensiv, komplex und besonders fein.





